21. Krefelder Jugend Open – Spannung bis zum allerletzten Schlag
Tradition, Teamgeist, außergewöhnliche Preise und vor allem jede Menge Spannung: Bei den 21. Krefelder Jugend Open um den Heino-Blum-Erinnerungspreis wurde auch in diesem Jahr weit mehr geboten als ein klassisches Jugendturnier. Zum dritten Mal wurde in dem besonderen Format gespielt, das 2024 eingeführt wurde – und am Ende musste tatsächlich der allerletzte Schlag des Tages über den Turniersieg entscheiden.
In Erinnerung an einen Pionier der Jugendarbeit
Der Name Heino Blum ist eng mit der Geschichte der Jugendarbeit im Krefelder Golf Club verbunden. Bereits in den 1950er-Jahren etablierte er die Jugendarbeit in unserem Club. In den 1960er-Jahren engagierte er sich auch auf nationaler Ebene und war beim Deutschen Golf Verband für die Jugendarbeit und die Nationalmannschaft verantwortlich. Kapitän der Nationalmannschaft war damals der legendäre Leonard von Beckerath.
Mit dem Heino-Blum-Erinnerungspreis möchten wir dieses besondere Engagement für den Jugendgolfsport bis heute in Erinnerung halten.
Dabei haben die Krefelder Jugend Open in den vergangenen Jahren selbst eine deutliche Weiterentwicklung erfahren. Bis 2023 war das Turnier ein klassisches offenes Jugendturnier über 18 Löcher. Seit 2024 wird in einem Format gespielt, das sportlichen Wettbewerb, Teamgeist und gemeinsames Erlebnis miteinander verbinden soll.
Als Team über 18 Löcher
Angemeldet wird sich als Zweierteam. Die 18 Löcher werden im Kanonenstart als Vierball-Aggregat nach Stableford gespielt: Beide Spieler spielen ihren eigenen Ball, am Ende werden die Ergebnisse zum Teamergebnis addiert.
Der Kanonenstart hat dabei einen entscheidenden Vorteil: Alle Teilnehmer kommen ungefähr zur gleichen Zeit zurück. Während die Ergebnisse ausgewertet werden, geht es gemeinsam ans Ende der Driving Range. Dort wird gegrillt, Fußball gespielt – und natürlich werden weiterhin Golfbälle geschlagen.
Doch währenddessen steigt bereits die Spannung. Denn für die vier besten Teams der Bruttowertung ist der Turniertag noch lange nicht beendet.
Sie qualifizieren sich für das große Shootout.
Die Sieger der 18 Loch Wertungen
In der Brutto-Teamwertung zeigten Finn Filz und Carl Becher vom GC Leverkusen eine herausragende Leistung. Gemeinsam kamen sie auf 62 Bruttopunkte und gingen damit als klare Nummer eins ins Shootout.
Auf Platz zwei folgten Jakob Florian Nachtwey vom GC Hösel und Ben Weyershausen vom Essener GC Haus Oefte mit 55 Punkten. Silas Choi und Jonas Hammerbeck vom Krefelder GC erreichten mit 54 Punkten Rang drei. Ebenfalls 54 Punkte erspielten Elias-Jia Rui Fan und Anton Melcher vom GC Hösel auf Platz vier.
Nur knapp am Shootout vorbei spielten Max Seidel vom GC Hösel und Sahin Abdullah vom Krefelder GC, die mit 52 Bruttopunkten Fünfte wurden.
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Die vier qualifizierten Teams für das Shootout
Auch in der Netto-Teamwertung gab es starke Ergebnisse. Friedrich Eßmann vom Golfpark Loherhof und Henry Krüger vom GC Elmpter Wald gewannen mit hervorragenden 83 Nettopunkten. Mit jeweils 79 Punkten folgten Yun Zhao und Tom Furnival vom GC Meerbusch auf Platz zwei sowie Johann Wu und David Wu vom Essener GC Haus Oefte auf Rang drei.
1.Platz netto: Friedrich Eßmann & Henry Krüger
2. Platz netto: Yun Zhao & Tom Furnival
3.Platz netto: Johann Wu & David Wu
In der Brutto-Einzelwertung lagen gleich drei Spieler mit 31 Bruttopunkten gleichauf. Das Computerstechen entschied zugunsten von Finn Filz, der damit vor seinem Leverkusener Teamkollegen Carl Becher und Otto van Delden vom Krefelder GC gewann.
Auch die Netto-Einzelwertung musste im Computerstechen entschieden werden. Henry Krüger vom GC Elmpter Wald und Vincent Hoffmann vom Krefelder GC kamen beide auf starke 46 Nettopunkte. Das Computerstechen entschied Henry Krüger für sich.
Das Shootout: Jetz beginnt ein neues Turnier
Nach 18 Löchern war für die vier besten Bruttoteams plötzlich alles wieder auf null gestellt.
Das Shootout wird im klassischen Vierer gespielt. Beide Partner spielen also abwechselnd denselben Ball. Drei Löcher stehen auf dem Programm – Loch 11, Loch 12 und schließlich Loch 10. Nach jedem Loch scheidet ein Team aus.
Sollten mehrere Teams den gleichen schlechtesten Score spielen, entscheidet ein zusätzliches Annäherungs-Shootout. Die Spielleitung bestimmt dafür eine Position im Umkreis des Grüns, von der jeder Spieler der betroffenen Teams einen Ball spielt. Das Team mit dem Ball, der am nächsten an der Fahne liegt, kommt weiter.
Und das alles findet nicht irgendwo allein auf dem Platz statt: Die übrigen Teilnehmer begleiten die Teams von Loch zu Loch und verfolgen jeden Schlag.
Genau darum geht es bei diesem Format. Die Jugendlichen sollen erleben, wie es sich anfühlt, unter echtem Ergebnisdruck und vor Zuschauern Golf zu spielen. Entscheidungen treffen, Routinen einhalten, Fehler verarbeiten und den nächsten Schlag trotzdem ausführen.
Dafür gibt es einen zusätzlichen Anreiz. Auf Platz eins warten Golf-House-Gutscheine über jeweils 250 Euro, auf Platz zwei jeweils 150 Euro und auf Platz drei jeweils 100 Euro. Vor dem Start des Shootouts gab es zudem eine klare Ansage: Der Vierte geht leer aus.
Dann ging es los.
Loch 11: "Komm runter"
Die Reihenfolge am ersten Abschlag wurde per Teewurf bestimmt.
Loch 11 ist ein rund 450 Meter langes Par 5 – nicht besonders lang, aber vom Abschlag anspruchsvoll. Drei Teams brachten ihren Ball ins Spiel, eines musste nach einem Abschlag in den rechten Wald zunächst quer zurückspielen.
Dann kam die erste Szene, die allen Beteiligten in Erinnerung bleiben dürfte.
Ein Team laserte die Entfernung zur Fahne. Etwas mehr als 90 Meter. Der Schläger wurde gewählt, der Spieler stellte sich an den Ball und schlug.
Der Ball war kaum getroffen, da kam die unmittelbare Reaktion:
„Komm runter!“
Doch der Ball flog weiter und weiter – und schließlich hinter dem Grün ins Aus.
Erst jetzt wurde klar, was passiert war. Der Laser hatte offenbar nicht die Fahne, sondern die Bäume hinter dem Grün erfasst. Tatsächlich waren es nur 63 Meter.
Nun war der Partner gefordert – und reagierte beeindruckend. Sein nächster Ball landete aus derselben Position nur rund zwei Meter neben der Fahne. Auch der Putt fiel. Trotz des Ausballs rettete das Team noch ein Bogey.
Silas Choi/Jonas Hammerbeck und Elias-Jia Rui Fan/Anton Melcher spielten jeweils Par und waren weiter. Finn Filz/Carl Becher sowie Jakob Nachtwey/Ben Weyershausen hatten jeweils Bogey gespielt.
Das erste zusätzliche Annäherungs-Shootout musste entscheiden.
Jakob und Ben setzten sich durch – und damit traf es ausgerechnet das Team, das die 18-Loch-Qualifikation mit 62 Bruttopunkten souverän gewonnen hatte. Finn und Carl waren Vierte.
Und die Ankündigung, dass der Vierte leer ausgeht? Ganz so hart wollten wir dann doch nicht sein. Für ihre hervorragende Leistung erhielten auch Finn und Carl am Ende jeweils einen Golf-House-Gutschein über 50 Euro.
Loch 12: Erst Wald, dann Finale
Drei Teams waren noch dabei.
Und schon der Abschlag von Jakob und Ben sorgte für die nächste Geschichte. Der Ball flog über die Bäume auf der rechten Seite. Der Tenor unter Spielern und Zuschauern war ziemlich eindeutig:
Der liegt im Wald.
Gemeinsam machte man sich auf die Suche. Dort, wo alle den Ball vermuteten, war allerdings nichts zu finden.
Dann die Überraschung: Der Ball hatte seinen Weg über die Bäume gefunden und lag perfekt – nur noch rund 40 Meter vor dem Grün.
Von dort ging es aufs Grün, zwei Putts später stand das Par fest. Jakob und Ben waren im Finale.
Für die beiden anderen Teams wurde es deutlich schwieriger. Silas und Jonas hatten ihren Ball bereits mit sieben Schlägen im Loch. Elias und Anton standen dagegen vor einem rund einen Meter langen Putt zur 6.
Der Putt fiel. Die Freude war groß – das Finale schien erreicht.
Doch dann meldete sich eine Stimme aus der Gruppe der Zuschauer.
Der Ball hatte zuvor in der Puttlinie eines anderen Teams gelegen und war deshalb zur Seite markiert worden. Vor dem eigenen Putt war er jedoch nicht wieder an seine ursprüngliche Position zurückgelegt worden.
Der Ball musste zurückgelegt werden, hinzu kamen zwei Strafschläge; der bereits ausgeführte Schlag zählte nicht. Damit war klar, dass die bereits gespielte 7 von Silas und Jonas nicht mehr erreicht werden konnte.
Innerhalb weniger Augenblicke hatte sich alles gedreht.
Silas Choi und Jonas Hammerbeck standen im Finale.
Auch das gehört zum Spielen unter Druck: Nicht nur der Golfschwung entscheidet. Konzentration, Routinen und Regelkenntnis gehören genauso dazu.
Loch 10: Das Finale
Jakob Nachtwey und Ben Weyershausen gegen Silas Choi und Jonas Hammerbeck.
Team Hösel/Haus Oefte gegen Krefeld.
Jakob und Ben trafen das Grün und hatten aus rund 12 bis 15 Metern die Chance auf das Par. Der erste Putt lief etwa 1,5 Meter über das Loch hinaus, auch der nächste fiel nicht.
Silas und Jonas verfehlten das Grün und landeten im Bunker. Der Bunkerschlag kam auf etwa drei bis vier Meter an die Fahne, doch auch ihr Putt zum Par fiel nicht.
Bogey gegen Bogey.
Nach 18 Löchern Vierball-Aggregat und drei Löchern klassischem Vierer gab es noch immer keinen Sieger.
Also musste ein letztes Shootout entscheiden.
Vier Schläge - einer entscheidet!
Für die endgültige Entscheidung wählte die Spielleitung eine Position, die einem Finale würdig war.
Shortsided aus dem Bunker. Insgesamt kaum zehn Meter bis zur Fahne – auf dem Papier also ein kurzer Schlag.
In Wirklichkeit war die Aufgabe ausgesprochen schwierig. Zunächst musste der Ball rund vier bis fünf Meter weit auf ein etwa ein bis eineinhalb Meter höher liegendes Grün gespielt werden. Hinter der Grünkante ging es auf den verbleibenden vier bis fünf Metern zur Fahne deutlich bergab.
Der Ball musste also hoch genug gespielt werden, um das erhöhte Grün zu erreichen – und anschließend möglichst schnell liegen bleiben, bevor ihn das Gefälle von der Fahne wegtrug.
Und das alles vor den Augen der anderen Teilnehmer.
Der Teewurf entschied: Silas und Jonas mussten beginnen.
Jonas Hammerbeck trat als Erster an – und lieferte. Rund zwei Meter neben der Fahne blieb sein Ball liegen.
Dann kam Jakob Nachtwey. Nicht näher.
Silas Choi war als Dritter an der Reihe. Auch er konnte die starke Vorlage seines Partners nicht verbessern.
Damit blieb noch genau ein Schlag.
Ben Weyershausen wusste, was er zu tun hatte: näher an die Fahne als Jonas – oder Platz zwei.
Alle schauten zu.
Ben schlug.
Sein Ball landete noch etwas näher an der Fahne.
Der allerletzte Schlag des Tages hatte die Entscheidung gebracht.
Jakob Florian Nachtwey und Ben Weyershausen gewinnen die 21. Krefelder Jugend Open vor Silas Choi und Jonas Hammerbeck. Elias-Jia Rui Fan und Anton Melcher belegen Platz drei, Finn Filz und Carl Becher Rang vier.
Mehr Druck lässt sich in einen einzelnen Golfschlag kaum hineinpacken.
Sieger KGC Jugend Open: Jakob Nachtwey & Ben Weyershausen
2. Platz: Silas Choi & Jonas Hammerbeck
3.Platz: Elias-Jia Rui Fan & Anton Melcher
4.Platz: Finn Filz und Carl Becher
„Was sollen wir ändern?“ – „Nichts!“
Bei der anschließenden Siegerehrung ging es dann längst nicht mehr nur um Ergebnisse.
2026 waren die Krefelder Jugend Open zum dritten Mal in diesem besonderen Format ausgetragen worden. Also wollten wir von denen wissen, für die dieses Turnier schließlich gemacht wird: Was können wir im nächsten Jahr besser machen? Was sollen wir verändern?
Die Antwort der Jugendlichen war ziemlich eindeutig:
„Nichts!“
Mehrere Teilnehmer bezeichneten die Krefelder Jugend Open sogar als das beste offene Jugendturnier in NRW. Auch von den Eltern gab es viel Lob – für das außergewöhnliche Format, die Gastfreundschaft und nicht zuletzt für unsere Anlage.
Ein schöneres Kompliment können wir kaum bekommen.
Heino Blum hat vor rund 70 Jahren die Jugendarbeit im Krefelder Golf Club auf den Weg gebracht und sich später weit über unseren Club hinaus für den Jugendgolfsport eingesetzt. Dass heute Jugendliche aus zahlreichen Clubs zu einem Turnier nach Krefeld kommen, gemeinsam Golf spielen, miteinander feiern und am Ende zusammen um das Grün stehen und beim entscheidenden Schlag mitfiebern, passt deshalb vielleicht besonders gut zu dem Namen, den dieses Turnier trägt.
Wir freuen uns schon jetzt auf die 22. Krefelder Jugend Open 2027!







