Ein Jahr im KGC-Poloshirt – unser Sportjahr 2026
Die letzten Matches sind entschieden, die Mannschaftssaison ist zu Ende. Hinter uns liegen Monate voller Training, gemeinsamer Fahrten, gespannter Blicke auf Ergebnislisten und Entscheidungen, die manchmal erst am letzten Loch fielen. Es gab Aufstiege und Medaillen, Erleichterung nach einem gesicherten Klassenerhalt und Enttäuschung über verpasste Chancen.
Über viele dieser Momente haben wir während der Saison berichtet. Jetzt, mit etwas Abstand, lassen sich die einzelnen Geschichten zusammen betrachten. Was bleibt von diesem Sportjahr? Und was erzählt es über unseren Club?
Viele Generationen, ein gemeinsamer Club
Vor allem zeigt 2026, wie viele Generationen den Mannschaftssport im KGC tragen. Jugendliche sammeln ihre ersten Erfahrungen im Herrenbereich. Mannschaften behaupten sich in den höchsten NRW-Spielklassen. Spieler, die seit Jahrzehnten gemeinsam für Krefeld antreten, gewinnen in einer neu geschaffenen Altersklasse den nächsten Titel. Unterschiedliche Lebensphasen, unterschiedliche sportliche Aufgaben – verbunden durch dasselbe KGC-Poloshirt.
Insgesamt zwölf Mannschaften haben unseren Club in dieser Saison vertreten: die Herren in der DGL, unsere Damen- und Herrenmannschaften der verschiedenen Altersklassen, die Jugend und die Junioren. Auch die zweiten Mannschaften der Herren AK 50 und AK 65 gehören zu dieser sportlichen Breite.
Dieser Eindruck lässt sich auch einordnen: Eine vergleichende Auswertung der Ligazugehörigkeiten ausgewählter Clubs in Nordrhein-Westfalen bestätigt die sportliche Breite des KGC über die Altersklassen hinweg. Besonders die höheren Altersklassen tragen zu unserer starken Stellung bei. Das ist eine Bestandsaufnahme, auf die wir uns mit Freude beziehen dürfen. Wie diese Stärke entsteht und was sie bedeutet, erzählen allerdings erst die Menschen und ihre Saison.
Gemeinsam wachsen, gemeinsam aufsteigen
Bei unserer 1. Herrenmannschaft passten in diesem Jahr Ergebnis und Entwicklung besonders gut zusammen. Fünf DGL-Spieltage, fünf Siege und der Aufstieg: Das Team um Kapitän Peer Kesper ließ in seiner Landesligagruppe keine Punkte liegen. Über die gesamte Saison hinweg immer wieder die beste Mannschaft zu sein, verlangt mehr als einen guten Tag. Es braucht verlässliche Leistungen und einen Kader, der gemeinsam eine Saison trägt.
Dabei gehörten mit Jonas Hammerbeck, Silas Choi, Otto van Delden und Sahin Abdullah gleich vier Spieler aus unserer Jugend zum Aufgebot. Unter der Begleitung von Trainer Thomas Erb fanden junge Talente und erfahrene Spieler zusammen. Darin liegt neben dem Aufstieg eine zweite erfreuliche Entwicklung: Der Übergang aus der Jugend in den Herrenbereich wird mit Leben gefüllt. Die nächste Generation spielt bereits mit und übernimmt ihren Anteil am Mannschaftserfolg.
Auch unsere AK-30-Damen erarbeiteten sich ihren nächsten sportlichen Schritt. Vier Spieltage, vier Siege und der Aufstieg in die dritte Liga stehen für eine überzeugende Saison. Ebenso erfreulich ist die Entwicklung einer Mannschaft, deren gemeinsame Freude am Golf auch neben den Ergebnissen sichtbar wird.
Eine Mannschaft, die besonders erfolgreich ist
Wie viel aus einer über Jahre gewachsenen Mannschaft entstehen kann, zeigen unsere AK-50-Damen. Nach den Deutschen Meistertiteln 2024 und 2025 reisten sie mit der Chance auf einen dritten Titel nach Nahetal. Zuvor hatten sie bereits die NRW-Vizemeisterschaft gewonnen. Bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft führte ihr Weg erneut bis ins Halbfinale – und dort bis ins Stechen.
Erst am zweiten Extraloch gegen den GC Wörthsee endete die Hoffnung auf den Hattrick. So nah am Finale zu scheitern, tut weh. Am nächsten Morgen trotzdem wieder gemeinsam anzutreten und das Spiel um Bronze gegen den Münchener GC mit 4:1 zu gewinnen, verdient besondere Anerkennung.
Zweimal Gold, jetzt Bronze: Drei Medaillen bei drei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Folge stehen für eine außergewöhnliche Kontinuität. Die Mannschaft um Trainer Ulli Knappmann hat ihren Platz unter den besten deutschen Teams erneut bestätigt. Zugleich zeigte sie in Nahetal, dass ihr Zusammenhalt auch eine bittere Niederlage übersteht.
Erfolgsgeschichten kennen keine Altersgrenze
Auch bei unseren älteren Herrenmannschaften reicht die Geschichte weit über eine einzelne Saison hinaus. Die AK 65 wurde NRW-Vizemeister und qualifizierte sich erneut für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Damit setzte sie eine lange Reihe erfolgreicher Auftritte fort.
Unsere zweite AK-65-Herrenmannschaft beendete ihre Saison auf dem zweiten Platz in der fünften Liga und sicherte den Klassenerhalt. Auch sie trägt dazu bei, dass viele Spieler für den KGC Mannschaftsgolf erleben und gemeinsam sportliche Ziele verfolgen können.
In der AK 75 kam ein neues Kapitel hinzu: Bei der ersten Austragung der NRW-Mannschaftsmeisterschaft gewann der KGC gleich den Titel. Zur Siegermannschaft gehörten mit Dr. Nikolaus, Matthias und Adrian Wolff drei Brüder, die seit Jahrzehnten gemeinsam für unseren Club spielen. Die Altersklassen haben sich verändert; ihre Freude am Wettbewerb und ihre Fähigkeit, als Mannschaft erfolgreich zu sein, sind geblieben.
Gerade darin liegt eine besondere Qualität unseres Sports. Eine Mannschaftsgeschichte kann über Jahrzehnte weitergehen. Erfahrung, sportlicher Ehrgeiz und die Vertrautheit miteinander bleiben wertvoll – und führen auch mit über 75 Jahren noch zu neuen Erfolgen.
Wenn eine Saison anders kommt als man denkt...
Andere Geschichten dieses Jahres handelten davon, im richtigen Moment die nötige Leistung abzurufen. Unsere erste AK-50-Herrenmannschaft stand vor dem letzten Ligaspieltag noch auf dem vierten Tabellenplatz und musste um den Klassenerhalt bangen. Mit einem Tagessieg in Bochum drehte sie ihre Saison und erreichte sogar das NRW Final Six. Dort blieb die Qualifikation zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft gegen den GSV Düsseldorf zwar aus. Der Weg vom drohenden Abstieg unter die besten sechs Mannschaften Nordrhein-Westfalens bleibt dennoch eine bemerkenswerte Leistung.
Die zweite AK-50-Herrenmannschaft zeigte über die gesamte Saison eine beeindruckende Konstanz: Fünf Tagessiege und einmal Platz zwei ergaben 29 von 30 möglichen Punkten. Die Saison schloss sie auf dem zweiten Platz ab. Diese Bilanz verdient ihren eigenen Platz im Rückblick und unterstreicht, wie viel sportliche Qualität auch über die ersten Mannschaften hinaus im KGC steckt.
Unsere AK-30-Herren erreichten ebenfalls das Final Six und sicherten damit eine weitere Saison in der höchsten NRW-Spielklasse. Gegen den starken G&LC Köln hielten sie die Begegnung am ersten Tag mit einem 2:2 offen, ehe sich Köln am Sonntag durchsetzte. Die Qualifikation zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft blieb aus, das wichtigste Saisonziel war jedoch erreicht: Auch 2027 spielt die Mannschaft in der ersten Liga.
Zur vollständigen Bilanz gehört ebenso der Abstieg unserer AK-65-Damen aus der zweiten Liga. Nach einer bis zum letzten Spieltag umkämpften Saison reichte es diesmal nicht zum Klassenerhalt. Auch diese Mannschaft hat trainiert, ist zu ihren Spieltagen gefahren und hat um Ergebnisse gekämpft. Ihr Einsatz gehört genauso zu unserem Sportjahr wie die Erfolge der anderen Teams. Wer für den KGC spielt, verdient unsere Unterstützung auch dann, wenn das sportliche Ziel verfehlt wird.
Von ersten Erfahrungen bis zur internationalen Bühne
Bei unserer Jugend stand am Ende die Erleichterung. Nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr gelang der Klassenerhalt in der ersten Liga. Dazu kam ein starker sechster Platz im NRW-Finale. Beides zeigt, dass sich die Jugendlichen auch im anspruchsvollen Wettbewerb behaupten können. Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt hat, weiß, wie viel gemeinsame Arbeit hinter diesen Ergebnissen steckt.
Wie viel Freude und Spannung Jugendgolf daneben bereithält, war bei den Krefelder Jugend Open zu erleben. Gemeinsam als Zweierteam spielen, anschließend zusammenkommen und die besten Teams beim Shootout begleiten: Das Format verbindet Wettbewerb mit Gemeinschaft. Wenn die anderen Jugendlichen jeden Schlag verfolgen, wird aus einer schwierigen Spielsituation zugleich eine wertvolle Erfahrung. Mit Druck umgehen, einen Fehler verarbeiten und den nächsten Ball spielen – auch das will gelernt sein.
Die sportliche Qualität des KGC zeigte sich 2026 außerdem in vielen Einzelleistungen. Petra Schläger gewann Silber bei den Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland der AK 50 und später den Titel unserer Clubmeisterin. Susanne Engels kehrte in die deutsche Nationalmannschaft zurück und holte mit dem Team Bronze bei der Europameisterschaft.
Bei den Krefelder Stadtmeisterschaften gewannen Christina Götte und Christian Weinacht die offenen Titel. Unsere Clubmeisterschaften brachten mit Petra Schläger und Michael Prokop die Sieger der offenen Klassen hervor; Jugendclubmeister wurde Silas Choi. Auf unterschiedlichen Bühnen, vom eigenen Platz bis zum internationalen Wettbewerb, waren Krefelder Spielerinnen und Spieler erfolgreich.
Was uns über die Ergebnisse hinaus verbindet
Doch wer unser Sportjahr betrachtet, sollte auch die Tage in Erinnerung behalten, an denen das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stand. Beim Preis der Präsidentin und dem anschließenden Sommerfest kamen Golf und Clubleben zusammen. Das fünfte Inklusions-Golfturnier brachte Menschen mit und ohne Behinderung auf den Platz: 26 Zweierteams spielten miteinander, weitere Teilnehmer sammelten beim Schnupperkurs erste Erfahrungen mit Schläger und Ball.
Aus der Initiative von Katrin und Willi Mannheims sowie Dr. Michael Hohaus ist eine feste Tradition geworden, die viele Mitglieder durch ihre Teilnahme, ihre Hilfe und ihre Spenden tragen. Auch hier wurde um Punkte gespielt und über gelungene Schläge gejubelt. Zugleich entstanden Begegnungen zwischen Menschen, die ohne dieses Turnier vielleicht nie gemeinsam auf eine Golfrunde gegangen wären.
Unsere Juniorenmannschaft um Kapitänin Nele Kesper trägt dieses Miteinander durch die gesamte Saison. Als erstes Inklusionsteam Deutschlands steht sie für einen besonderen Teil unseres Mannschaftssports. Menschen mit und ohne Behinderung spielen gemeinsam für den KGC und bilden auch neben dem Platz ein starkes Team. Sie zeigen, wie selbstverständlich Zugehörigkeit werden kann, wenn Menschen miteinander Sport treiben.
Hinter all diesen Geschichten stehen Menschen, deren Arbeit sich nur zum Teil in Ergebnissen ablesen lässt. Kapitäninnen und Kapitäne organisieren, stellen Mannschaften auf, motivieren und halten ihre Teams zusammen. Ulli Knappmann und Thomas Erb begleiten Spielerinnen und Spieler in ihrer Entwicklung. Eltern, Betreuer und Ehrenamtliche unterstützen unsere Jugend. Büro und Greenkeeping schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Training, Turniere und Heimspiele stattfinden können. Auch Partnerinnen, Partner und Familien tragen die Zeit mit, die Mannschaftsgolf verlangt.
Ihnen allen gilt unser Dank. Ebenso allen Spielerinnen und Spielern, die in dieser Saison für den KGC angetreten sind und Verantwortung für ihre Mannschaft übernommen haben. Denn wer das KGC-Poloshirt trägt, spielt auch für andere: für seine Mitspielerinnen und Mitspieler und für den Club, den wir gemeinsam vertreten.
Was wir weitergeben
Wir dürfen ehrgeizig sein und gewinnen wollen. Aufstiege, Titel und Medaillen machen Freude. Zugleich macht es einen Unterschied, wie wir gewinnen und wie wir verlieren. Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, den Gegner respektieren und Regeln auch dann einhalten, wenn niemand zuschaut – darin liegt der Spirit of the Game.
Gerade im Mannschaftssport wird diese Haltung gefordert: wenn wir nicht aufgestellt werden, unser Ergebnis gestrichen wird oder ein anderer den entscheidenden Punkt holt. Dann zählt auch die Frage, was wir für unsere Mannschaft tun können. Sie begleiten, sie unterstützen und uns mit ihr freuen gehört genauso dazu wie das eigene Spiel.
Seit fast 100 Jahren geben Menschen in unserem Club ihre Erfahrungen und ihre Freude am Golf weiter. 2026 konnten wir sehen, wie diese Verbindung zwischen den Generationen fortbesteht: bei Jugendlichen, die in die Herrenmannschaft hineinwachsen, und bei Spielern, die nach Jahrzehnten im Mannschaftspolo noch neue Titel gewinnen.
Irgendwann trägt jeder von uns dieses Mannschaftspolo zum letzten Mal. Entscheidend ist, dass dann jemand da ist, dem wir die Freude an diesem Spiel und den Spirit of the Game weitergegeben haben – und der dieses Polo genauso gerne trägt wie wir.
So bekommt der Satz unter unserem Logo eine konkrete Bedeutung: Lebendige Tradition im Golfsport.


